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Office PC oder Spielemaschine?

rushlab2014 / pixabay.com (public domain)
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Ein Gamer-PC braucht mehr Power als ein Office-PC

Seit es Computer gibt kann man auch auf diesen Geräten spielen. Natürlich wurden die ersten Rechner Generationen gewiss nicht als Spielekonsolen entwickelt, doch die Idee, auch ein paar Programme unterhaltsamer Natur zu programmieren lag immer nahe. Parallel zu den Computern der 1970er Jahre wurden auch die ersten Spielekonsolen vorgestellt. Eine Spielekonsole ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Computer, dessen Leistungsmerkmale auf die besonders raffinierte Darstellung von Grafik optimiert ist. Die Computer der 1970er Jahre selbst waren in dieser Hinsicht noch nicht ausgereift und Computerspiele hatten ein dem entsprechendes Erscheidungsbild. Das änderte sich bereits in den 1980er Jahren. Die Firmen Apple, Commodore und Atari brachten eine Generation von 8-Bit Computern auf den Markt, die damals den Spielekonsolen durchaus überlegen waren. Plötzlich war der Computer vor allem auch eine Spielekonsole. Die Hardware war erschwinglich und einem gelungenen elektronischen Spieleabend stand nichts mehr im Wege. Vor allem der Commodore 64 glänzte durch eine raffinierte 16 Farbengrafik in einer für damalige Verhältnisse hohen Bildschirmauflösung von 320 x 200 und einem Soundchip, dem in manchen Kreisen bis heute eine Mitverantwortung für die Entwicklung der Techno-Musik zugeschrieben wird. Die Bildschirmtaktung konnte per Interruptprogrammierung direkt zur Taktung der Software genutzt werden. Auf diese Weise war ein butterweiches Scrolling möglich, das bis heute von keinem PC mehr erreicht wird.

Als der Büro-PC zur Spielekonsole wurde

Die ersten Generationen von PCs mit Microsoft Betriebssystemen waren nun wirklich nicht für Spieler konzipiert. Die Grafikkarten waren kaum dazu in der Lage ein buntes Bild darzustellen und die akustischen Möglichkeiten des Rechners beschränkten sich in aller Regel auf einen unter den Laufwerken platzierten Beeper. Microsoft PCs waren vor allem Rechen- und Schreibmaschinen. In Zeiten, in denen der Apple Macintosh, der Commodore Amiga und der Atari ST bereits für den digitalen Filmschnitt genutzt werden konnten, saßen Anwender mit MS Dos PCs noch immer vor ihrem grünen Monitor. Doch auch dies sollte sich im Verlauf der Zeit ändern: Das offene System der (damals noch) IBM PCs machte es möglich, die Rechenmaschine mit Sound- und Grafikkarten aufzurüsten und spieletauglich zu machen. In den frühen 1990er Jahren wurde aus dem Büro Computer zunehmend auch eine interessante Spielemaschine. Mitte der 1990er Jahre wurde dann das CD-Laufwerk für den PC verfügbar, was zur Folge hatte, dass nicht nur größere Datenmengen gespeichert, sondern auch Filmsequenzen in die Spiele integriert werden konnten und digitalisierte Musik abgespielt werden konnte. Ende der 1990er Jahre setzte sich dann die Grafikkarte mit 3D Beschleuniger durch. Damit konnten schnelle Bewegungen auch aus der Ego-Perspektive berechnet werden.

Gamer PCs vs. Spielekonsole

Parallel zum Fortschritt der Spieletauglichkeit der Computer wurden auch immer die Spielekonsolen technisch ausgereifter. Bis heute ist es einem Glaubenskrieg nicht unähnlich, ob man als Gamer den einen Weg verfolgt oder den anderen. Eine Spielekonsole ist ein auf das Spielen optimierter Computer mit einer geschlossenen Architektur. Das bedeutet, dass man nur begrenzt bis überhaupt nicht in der Lage ist, Teile der Hardware durch modernere Komponenten zu ersetzen, um eine bessere Rechenleistung zu erzielen. Dafür werden die Spiele genau auf die vorhandene Hardware optimiert, nicht unähnlich dem Prinzip, das für die 8-Bit Computer der 1980er Jahre gegolten hatte. Einen Gamer PC kann man hingegen selbst tunen. Man muss nicht ein komplett neues Gerät kaufen, um die Spiele der nächsten Generation zu nutzen. Es ist möglich eine Grafikkarte jederzeit auszutauschen und wer über die benötigte Fingerfertigkeit verfügt, kann sich auch an den Austausch des Prozessors wagen. Und im Grunde genommen gibt es keine Erklärung dafür, dass man für eine verbesserte Hardware auch immer ein neues Gehäuse, eine neue Festplatte und neue DVD Brenner kaufen muss. Das offene Prinzip eines PCs ist in dieser Hinsicht im Vergleich zur Spielekonsole sicherlich ökologisch und ökonomisch sinnvoller.

ein Text von 2014. Veröffentlicht: 13.03.2017

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